Weinverkostung (c) ruewi / photocase.de

Exkursion nach Avignon: Côte du Rhône

Am 23. Mai wurde das Rhône-Tal von einer Schar gleichgesinnter Mitglieder gestürmt. Auf der Suche nach Wahrheit fand man Wein, auf der Suche nach Wissen fand man Heinrich Miller-Aichholz. Beides zusammen ergab eine wunderbare Mischung, um nicht zu sagen „eine gelungene Cuvée“. Der Weinakademiker aus unseren Reihen nahm sich unserer durstigen Kehlen an und ließ unsere Seelen mehr als nur baumeln.

Einmal im Jahr lässt sich der Maître herbei, uns Wein-Analphabeten die Grundlagen des Schmeckens beizubringen. Nach Bordeaux, Schaumwein und Whisk(e)y war heuer das Côte du Rhône dran, anhand dessen unser Gaumen geschult und unsere Sinne gekitzelt werden sollten. K. Miller-Aichholz brachte sieben Weine ins Casino:

VIDAL FLEURY CROZES-HERMITAGE BLANC 2016

CHÂTEAU DU TRIGNON, MARSANNE 2018

VIDAL FLEURY TAVEL 2018

VIDAL FLEURY VENTOUX 2017 AUS DER DOPPELMAGNUM

CHÂTEAU DU TRIGNON CÔTES DU RHÔNE 2017

VIDAL FLEURY CORNAS 2016

DOM. DUCLAUX CHÂTEAUNEUF DU PÂPE 2009

In kleineren (Weißwein-) und größeren (Rotwein-)Gläsern wurden sie dann ausgeschenkt und paarweise verkostet. Da begann schon das Problem: Unter großem Hallo musste man soweit Vorbildung besitzen (in der Ausschreibung war davon keine Rede gewesen!) um zu wissen, welches das kleinere und welches das größere Glas ist! Daran scheiterten manche Kameraden und es hätte auch nicht geholfen, wenn Heinrich vom „linken“ und vom „rechten“ Glas gesprochen hätte, weil, warum: Wenn man sich umdreht ist es ja wieder anders …

Grenache und Mourvèdre, Marsanne und Viognier

Irgendwie ging es gemeinschaftlich dann doch. Man erfuhr von sagenumwobenen Rebsorten, von römischen Traditionen, von Reben, die zu drei Vierteln entfernt werden um die Qualität der übrigen am Stock zu verbessern. Wir unterschieden das enge Nordtal der Rhône vom weiten Süden, die reinsortigen Weine von den gemischten Rot- und Weiß-Cuvées. Wir lernten den Grenache kennen, die Hauptrebe der Region, und den Mourvèdre ; wir trafen einen alten Bekannten wieder, den Syrah – reinsortig im Cornas, gemischt in vielen Appelationen, wie den Weinen von Hermitage. Wir freuten uns über die Rosé-Weine aus Tavel; wir kosteten weiße wie Marsanne Blanche und Viognier. Wir streiften die Geschichte der Gegenpäpste in Avignon, denen der berühmteste Wein der Region mehr als nur seinen Namen verdankt: der Châteauneuf-du-Pâpe. Heinrich ließ sich trotz der bescheidenen Kostenbeteiligung von nur 20,- nicht lumpen und kredenzte uns einen 2009er vom Weingut Dômaine Duclaux der leicht und nobel unserer Zunge schmeichelte.

Châteauneuf-du-Pâpe

Leider geht auch auch die größte Doppel-Magnum einmal zur Neige; aber wir gingen so behutsam mit den edlen Tropfen um, dass es bis Mitternacht reichte – war ja schließlich – neben den kulinarischen Köstlichkeiten – nur eine „Verkostung“. „Als Mahl begann’s. Und ist ein Fest geworden, kaum weiß man wie. Die hohen Flammen flackten, die Stimmen schwirrten, wirre Lieder klirrten aus Glas und Glanz …“ Man ahnt es bereits (seit Beginn des Artikels): Das Baumeln der Seele wuchs sich zum Schwanken des Körpers aus. Man beschloss, heim zu finden.

Bedankt sei die Vereinigung (in Person der Anna Justh) für die Organisation des denkwürdigen Abends; der Maître für seine Kenntnisse und Geduld; und alle jene Kameraden, die trotz Anmeldung nicht erschienen sind: So blieb uns Anwesenden mehr vom Göttertrunk!

Andreas Hülber

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