Heinrich

Interview Heinrich

Sebastian Saxinger: Beschreibe deine Rolle im Vorstand auf humorvolle Art und Weise!

Heinrich Miller-Aichholz: Da gibt es nur eine Antwort: Der Kasperl vom Dienst (lacht). Aber als Kasperl vom Dienst versuche ich, ein wenig den Sand aus dem Getriebe zu holen und die gemeinsamen Sitzungen angenehmer und lustiger zu machen. Das gelingt mir auch recht gut, auch wenn die Hindernisse manchmal recht groß sind. Aber steter Tropfen höhlt den Stein.

SS: Was war zu deiner Schulzeit das schlechteste Essen?

HMA: Der Scheiterhaufen. Das, was an Süßspeisen die ganze Woche übrig geblieben ist, ist nochmals zusammengemischt worden und wurde als Gericht verkauft. Am Freitag war deshalb die Suppe das beste.

SS: Erzähle ein lustiges Lehrerzitat!

HMA: Ich kann mich leider nicht mehr an den Namen des Lehrers erinnern… Ich glaube, er hat Physik und Mathematik unterrichtet. Wir hatten damals einen Schulskitag am Annaberg. Wer damals das Pech hatte, auf der Schwarzen Liste dieses Professors zu landen, bekam für diesen Tag keine Liftkarte. Diese Herrschaften sind den ganzen Tag den Berg hinaufgewandert und wieder hinuntergefahren. Wenn man vorher schon wusste, dass man auf der Liste steht, musste man sich für den Tag eine Krankmeldung besorgen – außer man hatte die Kondition eines Leistungssportlers. Interessanterweise hat es oft diejenigen getroffen, die im Bus in der letzten Reihe gesessen sind. Zu denen hat er dann immer gesagt: „Herrschaften, ihr braucht´s eh keine Karte lösen!“ Mich hat es allerdings nie getroffen, ich war ganz brav. Der Sarkasmus kam erst später (lacht).

SS: Wie oft bist du beim Schummeln erwischt worden?

HMA: Schon ab und zu. Natürlich in Mathematik. Mein Sitznachbar und ich, wir waren einfach zu deppert zum Schummeln (lacht). Allerdings hat die Qualität unserer Antworten auch zu wünschen übriggelassen, wenn wir voneinander abgeschrieben haben und nicht erwischt wurden.

SS: Welchen Berufswunsch hatte dein 10jähriges Ich, bevor du ins Theresianum gekommen bist?

HMA: Börsenmakler! Damals war gerade der Wall Street Film mit Michael Douglas aktuell. Ich fand damals die Vorstellung toll, dass man nur mit Telefonieren Geld verdienen kann. Verkäufer bin ich geworden – aber nicht an der Börse, sondern nur im Souterrain auf der anderen Straßenseite (lacht; Anm.: HMA betreibt eine Weinhandlung gegenüber vom Theresianum)

SS: Welches Erlebnis bei einer Schulreise/Sportwoche/Ausflug ist dir in Erinnerung geblieben und warum?

HMA: Da gibt es ein Erlebnis aus der Zeit nach dem Theresianum, als ich in der Schottenbastei war. Wir waren damals mit unserem Sportlehrer auf Skikurs. Besagter Lehrer hatte wenig Ahnung von Sport – von Skifahren ganz zu schweigen. Der Landesschulinspektor für Sport war damals mein alter Sportlehrer aus dem Theresianum: Prof. Zalodek. Dieser hat während dem Skikurs eine Inspektion durchgeführt. Als er mich unter den Schülern sah, begrüßte er mich recht freundlich: „Ja, Miller-Aichholz! Was machst denn du da?“ Daraufhin habe ich auch in diesem Jahr in Sport eine 1 bekommen. Dieser Auftritt ist mir im Gedächtnis geblieben.

SS: Was durfte man zu deiner Schulzeit noch machen, was heute undenkbar wäre?

HMA: Firsties drangsalieren. Mit Schnee einreiben zum Beispiel. Das war damals gang und gäbe. Ich habe es ja damals auch miterlebt – das ist durchaus heilsam (lacht). Aber ganz im Ernst: Das waren Erlebnisse, die einem Respekt eingeflößt haben. Und es hatte auch ein verbindendes Element. Heutzutage geht das natürlich nicht mehr. Da gibt es sofort eine Anzeige.

SS: Auch bei dir wollen wir natürlich testen, ob du in der Schule gut aufgepasst hast. Wir beginnen mit Deutsch: In Brechts „Mutter Courage“ leidet die Tochter der Courage – Kattrin – an einer Beeinträchtigung. Welche ist das? a) Sie kann nicht gehen; b) sie ist stumm; c) sie ist blind oder d) sie hat Angstzustände.

HMA: Wir haben das Buch leider nie gelesen, deswegen sage ich einfach a).

SS: Leider falsch! Kattrin wird nach einem traumatischen Erlebnis stumm. Es geht mit einer politischen Frage weiter: Wer lobt den Bundespräsidenten an?

HMA: Ich glaube, das machen Bundesrat und Nationalrat gemeinsam?

SS: Korrekt! Es ist die Bundesversammlung. Kommen wir zu Geographie: Indonesien besteht aus über 17.000 Inseln. Trotzdem hat Indonesien mehrere Nachbarstaaten, mit denen es sich jeweils eine Insel teilt. Welche und wie viele sind das?

HMA: Puh, ich schätze es sind 5 Stück? Aber welche es sind, weiß ich leider nicht.

SS: Knapp vorbei. Es sind nur 3: Malaysia, Ost-Timor und Papua-Neuguinea. Jetzt kommt eine Physik-Frage: Was ist die Definition einer Kalorie?

HMA: Das, was ich mit einem Schluck Wein zu mir nehme (lacht).

SS: (lacht) Das auch! Aber die korrekte physikalische Definition lautet: Es ist die Menge an Wärme, die benötigt wird, um 1 Gramm Wasser um 1 Grad zu erwärmen. Zum Schluss gibt es eine Schätzfrage aus Religion: Wie viele Menschen tötet Gott in der Bibel und wie viele Satan?

HMA: Das wird viel sein… 250 Millionen und 10?

SS: Keine schlechte Schätzung! Es sind ca. 25 Millionen bei Gott bzw. 60 bei Satan. Damit sind wir am Ende des Interviews angelangt. Herzlichen Dank!

HMA: Vielen Dank!

 

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